Rezept von Eva Scialò

Vermicelli mit Venusmuscheln (Vermicelli alle vongole)

Ein weiteres traditionelles Gericht der neapolitanischen Küche, dass sich in verschiedenen Ausführungen zubereiten lässt: „Hell“ (mit Butter oder Sahne und Käse, und/oder allem, was nicht gerade rot ist) oder mit Tomatensauce, mit Spaghetti oder Vermicelli, mit oder ohne Chili, und mit oder ohne... Venusmuscheln. Dieses Gericht ist das Symbol der neapolitanischen Denkweise, Vermicelli mit Venusmuscheln oder Fujute, wie Eduardo De Filippo sie nannte, d.h. „Spaghetti Aglio e Olio“ (mit Öl und Knoblauch) oder „nach Bourbonenart“. Es gab noch phantasievollere Neapolitaner, die den Geschmack des Meeres in ihren Teller brachten, indem sie dem Kochwasser einige am Strand gesammelte Kieselsteine zufügten. Aber wenn man wirklich die Möglichkeit hat, sie nach allen Regeln der Kunst zuzubereiten, also Vermicelli mit Venusmuscheln, dann müssen diese die „Vongole veraci“, die echten Venusmuscheln aus dem Tyrrhenischen Meer sein. Die Vermicelli müssen bissfest sein, die Kirschtomaten, falls gewünscht, in einer separaten Pfanne nur leicht angeschmort und am Ende hinzugefügt, zusammen mit frischer, kräftig grüner und fein gehackter Petersilie und goldfarbenen angeschmortem, aber nicht verbranntem Knoblauch. Keine Kompromisse: Steine ja, aber in den Venusmuscheln darf kein Sand sein. Die erwachsenen Neapolitaner von heute haben sicherlich eine Erinnerung an ihre Kindheit, die ihnen allen gemein ist: Am Morgen des Heiligabends in der Küche umherwirbelnde Frauen, die das große Abendessen vorbereiteten. Männer, die strahlend wie siegreiche Krieger vom Fischmarkt mit Tüten voller Muscheln nach Hause kamen. Diese kamen dann bis zum Abend zur Reinigen in eine Schüssel mit Wasser, um sicherzugehen, dass es inmitten der Spaghetti mit Venusmuscheln, die am Heiligabend nie fehlen dürfen, auch keinen Sand gab. Wenn man sich den Muscheln näherte, schlossen sie sofort ihre Schalen, kaum drehte man ihnen den Rücken zu, öffneten sie sie wieder. Von den vielen Menschen, die im Laufe der Jahre an unseren Tischen mit uns gefeiert haben, sind viele nicht mehr unter uns. Aber die Vermicelli mit Venusmuscheln sind geblieben, und über diese erinnern wir uns an sie.

  • 4
  • 15 minuten
  • leicht
  • pasta

Zutaten für vier Personen

 

320 g Vermicelli oder Spaghetti
1 kg Echte Venusmuscheln
2 Knoblauchzehen

Petersilie n.B.
Natives Olivenöl extra n.B.
falls gewünscht, Chili n.B.

 

 

Zubereitung

 

Stellen Sie sicher, dass die Muscheln keinen Sand mehr enthalten, indem Sie diese vor der Zubereitung mindestens zwei Stunden lang in Wasser einweichen und gründlich waschen .Dann den Knoblauch sehr fein hacken, nachdem Sie den Keimling entfernt haben.

Geben Sie reichlich Olivenöl in eine Pfanne und lassen den Knoblauch vorsichtig anbraten, bis er goldfarben ist. Achten sie darauf, dass der Knoblauch sehr schnell zum Anbrennen neigt, wenn er sehr fein gehackt ist.

 

 

Lassen Sie die Muscheln abtropfen und geben sie diese bei hoher Hitze direkt zu dem Fond aus Knoblauch und Olivenöl. Warten Sie ab, bis sich alle vollständig geöffnet haben. Die Muscheln geben während des Kochens Wasser ab.Wenn es zu viel für die vorgesehene Menge an Nudeln ist, entfernen Sie die Muscheln aus der Pfanne und lassen den Sud bei hoher Flamme einkochen, ansonsten stellen Sie die Flamme/Hitzequelle aus.

 

 

Kochen Sie die Pasta „al dente“, lassen Sie diese abtropfen und gießen Sie etwas Kochwasser ab in ein Gefäß und stellen es auf die Seite .

Schalten Sie den Herd wieder ein und salzen Sie die Vermicelli in dem Muschelsud, wenn nötig, geben Sie von dem dickflüssigeren Nudelwasser etwas dazu, um die Konsistenz anzupassen.

 

 

Schalten Sie den Herd aus, geben Sie die gehackte Petersilie über den Inhalt der Pfanne und rühren vor dem Servieren noch einmal um.